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Von Söhnen u. Töchtern

uzAyli

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23 Ağu 2006
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Die Meinung der Menschen....

Ein Kind kommt auf die Welt
Die Freude ist groß. Schon lange hatten Bekannte, Nachbarn, Verwandte und Freunde spekuliert, was es wohl sein könnte. Ein Sohn oder eine Tochter? Und wie groß ist die Enttäuschung mancherorts, wenn das Kind trotz modernster Ultraschall-Methoden und geschärftestem Arztblick, sein intimes Geheimnis nicht preisgeben will.
Fragt man die Eltern, was sie sich wünschen, so ist die gängigste Antwort: „Egal. Hauptsache gesund!“ Dies ist die einzig akzeptable Antwort in unserer emanzipierten Welt und doch schlummert unter der gleichberechtigten Decke immer noch patriarchisches Gedankengut.
Das Umfeld greift da gerne auf althergebrachte Weisheiten zurück: „Die Mutter sieht so gut aus, es kann nur ein Junge werden!“ oder „Die Mutter trägt ihr Kind breit und rund, das wird ein Mädchen!“. Die Form der Nasen-Lippenregion scheint auch Grund für mancherlei Spekulation zu sein oder das schlechte Befinden der Mutter, das deutlich auf ein Mädchen schließen lässt. So wird mit der Geburt eines Jungens immer noch assoziiert, dass es der Mutter gut geht und sie ihre schlanke Figur weitestgehend behält und die Schwangerschaft mit einem Mädchen, doch eher den schlechten Eigenschaften zugeschrieben wird. Ist das Kind dann geboren, freuen sich die Eltern uneingeschränkt über den Nachwuchs. Doch das Umfeld scheint wiederum einen Sohn anders zu bewerten als eine Tochter: Den mit Stolz geschwelter Brust Begriff „Stammhalter“ findet kein Pendant im Weiblichen, und umgekehrt, werden heute noch in vielen ländlichen Gegenden Väter von vielen Mädchen gerne als „Büchsenmacher“ tituliert, Väter von vielen Söhnen jedoch kennen keinen derartigen Begriff.

Diese Beschreibungen würden nach allgemeiner Meinung nun gut zu einer islamischen Internetseite passen, denn schließlich entsprechen sie genau dem, was man den Orientalen dito Muslimen zuschreibt. Doch stammt diese Beschreibung keineswegs aus dem vermeintlich frauenfeindlichen Millieu der Muslime, sondern vielmehr aus der gutbürgerlichen christlich-deutschen Mittelschicht. So scheint der Wunsch nach einem Sohn, auch wenn er in unserer aufgeklärten Gesellschaft noch so sehr verneint wird, immer noch im kollektiven Unterbewusstsein verankert zu sein und uns mehr zu beeinflussen, als uns lieb ist. Es scheint in einem patriarchischen Gesellschaftssystem, in dem meist die Männer die Verantwortung und Führung beanspruchen und Eigenschaften wie Stärke und „seinen Mann stehen zu können“ erstrebenswert sind, auch kein Wunder zu sein, dass Söhne bevorzugt werden. Auch die Araber in vorislamischen Zeiten, lebten in diesem Sohn-Wahn. Da Frauen keinen Wert, außer dem des Vergnügens und des Gebärens hatten, hatten dementsprechend auch ihre Töchter keinen Wert. Das ging so weit, dass neugeborene Mädchen lebendig im Sand begraben wurden. Eine Praxis, die antiquiert scheint, doch erst letztens strahlte das deutsche Fernsehen Bilder von einem toten weiblichen Säugling aus, das in der Regenrinne einer chinesischen Hauptverkehrsstraße lag und mit seinem Tod dem Schicksal entkam, lebenslang in einem Kinderheim dahinzuvegetieren, mit hunderten anderen Mädchen, nur weil sie keine Junge waren. Andernorts werden die Kinder bereits immer Mutterleib getötet, wenn man feststellt, dass es sich nicht um den gewünschten Sohn handelt – eine Handhabung, die im ersten Augenblick humaner erscheint, weil der Mord nicht öffentlich sichtbar sondern hinter sterilen Tüchern vollbracht wird - aber dadurch in keiner Weise besser ist, als das grausame Töten eines bereits geborenen Mädchens.
Das Weibliche ist keine Krankheit – sondern eine Gnade Allahs(t) an uns Menschen.


Was sagt uns Allah(t) im Qur'an...


Der Islam machte Schluss mit dieser Ungerechtigkeit. Allah(t) zeigte den Menschen auf, in welcher blasphemischen Wertvorstellung sie sich mit ihrem rudimentären Glauben bewegten, denn sie glaubten wohl noch an einen Gott, doch hatte sich der abrahamitische Monotheismus soweit verfremdet, dass Gott neben anderen Gottheiten auch noch Kinder zugesagt wurden, speziell Töchter, in Form von Engeln und Nebengöttinnen. Doch im Verhalten der Menschen zeigte sich nicht nur, der selbst geschaffene Götzendienst, sondern die eigene übergeordnete Wahrnehmung der Stellung der Menschen über ihren Schöpfer. Denn sie ließen Gott, Töchter haben, die sie selbst verschmähten und als wertlos erachteten. Allah (t) hält ihnen dies in Sure 16 Vers 56-59. vor Augen:
Und für die, von denen sie nichts wissen, setzen sie einen Teil von dem beiseite, was Wir ihnen beschert haben.
Bei Allah, ihr werdet sicherlich zur Rechenschaft gezogen werden für all das, was ihr erdichtet.
Und sie dichten Allah Töchter an.
Gepriesen sei Er! Und sich selbst behalten sie vor, was sie begehren.
Und wenn einem von ihnen die Nachricht von (der Geburt) einer Tochter überbracht wird, so verfinstert sich sein Gesicht, und er unterdrückt den inneren Schmerz. Er verbirgt sich vor den Leuten aufgrund der schlimmen Nachricht, die er erhalten hat:
Soll er sie behalten trotz der Schande, oder (soll er sie) in der Erde verscharren? Wahrlich, übel ist, wie sie urteilen!

Allah ist größer, als dass er wie nach menschlicher Vorstellung Kinder bräuchte. Die Fortpflanzung setzt voraus, dass die Existenz des Individuums endlich ist und der Erhalt der Art von der Schaffung einer Fortsetzung abhängig ist. Doch Allah (t) ist weder Teil einer Art, denn er ist in sich selbst eine Einzig-Art, und Allah (t) ist ewig und damit ebenfalls über das irdische Bedürfnis der Fortpflanzung erhaben - Er braucht weder Söhne noch Töchter!
Die unterschiedliche Bewertung des Weiblichen und Männlichen ist eine rein menschliche Eigenart, die Allah(t) immer wieder im Qur'an verurteilt.
"Allah hat gezeugt"; und sie sind wahrlich Lügner.
Hat Er Töchter den Söhnen vorgezogen? [37:152-153]
Um die Mädchen und Frauen zu schützen und zu stärken hebt Er sie sogar an vielen Stellen im Qur’an besonders hervor z.B. in der Geschichte der Frau Imrans, der Mutter Marias, in Sure 3, Vers 35
Damals sagte die Frau 'Imrans: "Mein Herr, siehe, ich gelobe Dir, was in meinem Leibe ist, zu weihen; so nimm es von mir an; siehe, Du bist der Allhörende, der Allwissende."[3:35] Und als sie es geboren hatte, sagte sie: "Mein Herr, siehe, ich habe es als Mädchen geboren."
Und Allah wußte wohl, was sie geboren hatte; denn der Knabe ist nicht wie das Mädchen. "Und ich habe sie Maria genannt, und siehe, ich möchte, daß sie und ihre Nachkommen bei Dir Zuflucht nehmen vor dem gesteinigten Satan."[3: 36]
Nun wäre es für Allah (t) den Allmächtigen und Allwissenden ein Leichtes gewesen, aus dem noch ungeborenen Kind einen Jungen zu machen. Doch Allah(t) als der allmächtige Schöpfer lies ein Mädchen heranwachsen – Maria, die Mutter Isas (Jesu). So als hätte Er wie für Sich Selbst ein Mädchen bestimmt. Wie können dann seine menschlichen Geschöpfe mit der Geburt eines Mädchens unzufrieden sein?


Das Vorbild des Propheten (s.a.w.s.)...


Die Handlungsweisen, Aussprüche und das Leben des Propheten Mohammed (s.a.w.s.) gelten allen Muslimen als bindendes Ideal in ihrer Lebensweise, dem sie versuchen sollten nachzueifern. Aisha, die Ehefrau des Propheten Mohammed (s.a.w.s.), sprach einst vom Propheten als „dem wandelndem Qur’an“. Sein Leben gilt als die gottgefälligste Lebensweise. Nun ist es bekannt, dass unser Prophet keine Söhne hatte, die das Kindesalter überlebten. Auch wurden ihm mehr Töchter als Söhne geboren, darunter auch seine Tochter Fatima. Es ist kein einziger Ausspruch darüber überliefert, dass er damit unzufrieden gewesen sei oder mit seinem Schicksal gehadert hätte, weil ihm der „Stammhalter“ verwehrt worden war. Er liebte seine Kinder, so wie Allah(t) sie ihm gegeben hatte, als Töchter und Söhne und keine waren ihm mehr oder weniger Wert als die anderen. Viele gläubige Muslime erinnern sich an diese vorbildliche Einstellung. Andere wiederum scheinen wieder in alte Traditionen zu verfallen. Ist es für letztere nicht dreist, unzufriedener zu sein als ihr Prophet (s.a.w.s.)?

Weder Allah (t) noch sein Gesandter Mohammed (s.a.w.s.) waren mit der Geburt von Töchtern unzufrieden, ganz im Gegenteil. Und so finden sich viele Stellen im Qur’an und in der Sunna des Propheten Mohammed (s.a.w.s.), die die Gläubigen auffordern, ihren Töchtern mit dem gleichen Stolz und der gleichen Barmherzigkeit und Liebe zu begegnen wie ihren Söhnen. Und doch folgen viele Menschen – und leider auch der Muslime – trotz besseren Wissens wieder ihren alten patriarchischen Traditionen, die einst vom Islam verurteilt und abgeschafft wurden. Gerade für die Muslime, die das letzte Buch Allahs (t) in Händen halten, stellt sich die Aufgabe, beispielhaft für die Welt voranzugehen, und ihren Töchter mit der selben Liebe und gleichwertigen Verantwortung zu begegnen, wie ihren Söhnen.
 
Üst